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Schutz von jungen Haushaltshilfen
Kinderrechte Afrika e.V. unterstützt den Aufruf zur Verabschiedung von internationalen Normen und Richtlinien zum Schutz von jungen Haushaltshilfen, der von Anti-Slavery International, Human Rights Watch und Save the Children International initiiert wurde.
Mit der Unterschrift unter diese Petition schließt sich Kinderrechte Afrika e.V., der sich für die Förderung und den Schutz von Kinderrechten einsetzt, den oben genannten Organisationen an. Diese rufen die Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) auf, bei ihrem Treffen im Juni 2010 der schwierigen Lage junger Haushaltshilfen weltweit besondere Aufmerksamkeit zu schenken und ein rechtsverbindliches Abkommen zu treffen, das spezielle Schutz- und Fördermaßnahmen für diese Kinder vorsieht.
Weitere Informationen zu diesem Aufruf finden hier.
Kinderrechte Afrika e.V. begrüßt den Beschluss des Bundeskabinetts zur Rücknahme der Vorbehaltserklärung zur UN-Kinderrechtskonvention.
Am 3. Mai 2010 hat das Bundeskabinett beschlossen, die bei der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonventioin 1992 erklärten Vorbehalte zurückzunehmen. Hierzu zählt auch der durch Ziffer IV der Vorbehaltserklärung begründete sogennannte Ausländervorbehalt. Dieser führte in der Vergangenheit dazu, dass inländische und ausländische Kinder in Deutschland unterschiedlich behandelt werden konnten und auch wurden. So waren insbesondere Flüchtlingskinder in vielen Bereichen (Schulbesuch, medizinische Versorgung, u.a.) schlechter gestellt als Kinder deutscher Herkunft.
Kinderrechte Afrika e.V. begrüßt den Beschluss des Bundeskabinetts, der ein klares Zeichen dahingehend setzt, dass alle Kinder die gleichen Rechte haben und diese künftig auch in Deutschland vorbehaltlos anerkannt werden. Eine Position, welche nunmehr aber auch in die Praxis umgesetzt werden muss.
Dringende Hilfe für Kamerun benötigt!
Die Gefängnistüren öffneten sich für inhaftierte Mütter beim Besuch des Generalsekretärs von Kinderrechte Afrika e.V., Horst Buchmann:"Gerade hat eine junge Mutter ein Kind zur Welt gebracht - ohne Hilfe wird es die ersten Lebensjahre nur Gefängnismauern sehen."
Dringende Hilfe für Kamerun benötigt: Ein Bericht von Horst Buchmann, Generalsekretär von Kinderrechte Afrika e.V. am 28.04.2010:
"Im Rahmen des Aufbaus von neuen Partnerschaften von Kinderrechte Afrika e. V. bin ich im Augenblick im äußersten
Norden von Kamerun. Dort wurden wir auf eklatante Kinderrechtsverletzungen aufmerksam gemacht. Nach mehr als einer Woche mit vielen Gesprächen mit Kindern in schlimmen Notsituationen, mit Behörden, Nichtregierungsorganisationen und kirchlichen
Diensten wird deutlich: hier wollen, hier müssen wir uns engagieren. Da sind fünf 9 bis 12 jährige. Tagelang auf der Polizeistation von Mokolo festgehalten wegen gemeinsamen Diebstahls von ein paar Kisten Bier – dazu angestiftet von Erwachsenen.
Vergebens hat der Polizeichef versucht, die Eltern vor-zuladen. Sie sind aus Verantwortungs-losigkeit und auch wohl auch aus Angst vor Schande nicht gekommen. Sie überließen ihre Kinder einfach ihrem Schicksal.
Eingepfercht in einem engen Verlies mit nur drei fingergroßen Öffnungen leiden sie an Hunger und einer extremen Hitze mit über 43 Grad tagsüber in der Zelle. Als sie mir vorgeführt werden, beben sie am ganzen Körper.
Mit meinen kamerunischen Partnern konnten wir wenigstens erreichen, dass die beiden Jüngsten noch am gleichen Abend aus der Polizeihaft entlassen werden. Die drei anderen wurden aufgrund richterlicher Anordnung in Untersuchungshaft ins Gefängnis genommen und sind dort mit 20 Jugendlichen auf 18 qm (!) eingesperrt.
Damit missachtet die kamerunische Justiz eindeutig geltendes Recht und internationale Rechtsnormen. Die Kinder sind wegen ihres Alters überhaupt nicht strafmündig. Wir werden uns weiterhin für diese Opfer von Polizei- und Justizwillkür einsetzen.
Das Schicksal von Straßenkindern hat mich ebenfalls sehr bewegt. Der lokale Polizeichef von Mokolo bot mir an, mich nachts zu begleiten, um zu sehen, wo diese Kinder schlafen. Einige sind gerade erst 8 Jahre alt. Von der Familie vernachlässigt, verjagt findet hier ihr täglicher Überlebenskampf statt: sie verdingen sich als Lastenträger, Auto und Motorradwäscher, machen alles, was sie gerade kriegen können. Sie stehlen, wenn sie Hunger haben, landen im Gefängnis. Ein Dasein wie die Ziegen und Schweine auf den Müllhalden, die nach Essbarem suchen.
In dieser von starren Traditionen beherrschten Region im äußersten Norden Kameruns haben Mädchen wenig Chancen, ihre Rechte wahrzunehmen. Wenige gehen zur Schule, nur einige erreichen einen Schulabschluss. Viele werden schon als 10 jährige zur Frühehe gezwungen mit der aktiven Komplizenschaft der Eltern der Mädchen, die sich oft in der Armut der Familie begründet. Viele müssen sich in der Schule den Lehrern prostituieren, um weiter zu kommen.
Wenig wurde bisher erreicht. Aber es gibt viel guten Willen und Aufschrei gegen diese Kinderrechtsverletzungen. Kinderrechte Afrika e. V. in Lahr ist bereit, sich zu engagieren, seine Erfahrungen, sein Know-how einzubringen und auch für die notwendigen Mittel zu sorgen, dass solche eklatanten Kinderrechtsverletzungen bald ein Ende haben werden."
Wir wären sehr dankbar, wenn Sie uns bei der Umsetzung der Kinderrechte in Kamerun mit einer Spende unterstützen möchten!
Benefizkonzert in Würzburg
Im Rahmen der Benefizkonzertreihe "Musica Carita - Konzerte gegen die Not" fand am 25. Oktober 2009 in der Kirche Mariannhill in Würzburg das 23. Konzert statt. Durch den engagierten Einsatz von Herrn Walter Maschke, der in Würzburg seit einiger Zeit ehrenamtlich für die Arbeit von Kinderrechte Afrika e.V. tätig ist, konnte erreicht werden, dass der Erlös in diesem Jahr für die Projekte zur Durchsetzung der Kinderrechte in Afrika bestimmt wurde.
Unter der jahrelang bewährten Leitung von Dr. Klaus Kemmer musizierten zahlreiche Nachwuchskünstler in einem bunt gemischten Programm von Bach, Händel, über Gospel und Musical bis hin zu Klezmermusik.
Herzlichen Dank nach Würzburg an alle Beteiligten.
Bice Deutschland wird Kinderrechte Afrika!
Bice Deutschland e.V. – Internationale Kinderrechtsorganisation – hat anlässlich einer außerordentlichen Generalversammlung am 02. Oktober 2009 in Lahr seine Satzung geändert.
Die Änderung betrifft:
- Eine Namensänderung. Der Verein führt zukünftig den Namen „Kinderrechte Afrika e.V.“/KiRA mit dem Zusatz „Zukunft für Kinder in Not“.Die Aufgabe der institutionellen Bindung an die französische Organisationen Bice (Bureau International Catholique de l’Enfance) mit Sitz in Paris.
Dies hat zur Konsequenz:
- „Kinderrechte Afrika e.V.“ ist völlig eigenständig und nicht mehr an gemeinsam erarbeitete Strategiepläne mit Bice gebunden. Wir können allein noch besser, wirksamer, nachhaltiger und in der Verwaltung effizienter arbeiten.Wir wollen das deutsche finanzielle Standbein ausbauen und unseren Bekanntheitsgrad wesentlich steigern.Wir wollen wahrgenommen werden als die international tätige Kinderrechtsorganisation in Baden-Württemberg.
„Kinderrechte Afrika e.V.“ wird mit den gleichen ethischen Grundlagen und den erfolgreichen Vorgehensweisen im Hinblick auf eine konkrete Umsetzung der Kinderrechte in Afrika weiterarbeiten.
„Kinderrechte Afrika e.V.“ wird auch weiterhin mit Bice partnerschaftlich zusammenarbeiten - auf Augenhöhe und zum Wohle der Kinder in Afrika, deren Grundrechte missachtet werden.
„Kinderrechte Afrika e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein mit den Merkmalen mildtätig und der Kinder- und Jugendhilfe dienend. Die Satzungsänderung wurde am 05.10.2009 durch Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Lahr vollzogen.
Jahresberichte 2008
Hier können Sie die neuen Jahresberichte 2008 herunterladen:
Deutsche Version [1.562 KB]
Französische Version [1.571 KB]
Anerkennung unseres Engagements in Mali
Herr Buchmann bei einem Planungsgespräch mit heimischen Mitarbeitern.
Arbeitsgruppe in April 2008 für einen ersten Entwurf der Gesetzsammlung in Mali (klicken zu vergrößern).
Anlässlich seiner Projektbegleitungsreise im Februar 2009 wurde Horst Buchmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Bice Deutschland e.V. und Afrikabeauftragter von Bice (Bureau International Catholique de l’Enfance), vom Justizminister der Republik Mali, Maharafa Traore, zu einem Arbeitsgespräch empfangen, an dem auch die persönlichen Berater des Ministers teilnahmen.
Der Justizminister zeigte sich „begeistert“ über das neue Vorhaben von Bice, einer kommentierten Gesetzessammlung zur Jugendstrafgerichtsbarkeit mit konkreten Handlungsvorschlägen zum verbesserten Schutz von Grundrechten von Kindern, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.
Eine ähnliche Gesetzessammlung wurde bereits auf Initiative von Bice Deutschland e.V. für die Demokratische Republik Kongo und die Elfenbeinküste erstellt.
Im Übrigen zeigte sich der Minister sehr aufgeschlossen für den Vorschlag von Herrn Buchmann, die 5 von Bice Deutschland e.V. geförderten Kinderschutzzentren staatlicherseits auch als Haftalternative für Mädchen zu akkreditieren. Es geht dabei um Mädchen, die wegen geringfügiger Delikte – begangen oft in schwierigen Notsituationen – mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.
Wieder Kinder sein dürfen! Im Kinderschutzzentrum vom Bice Deutschland in Ségou, Mali.
Es bestand Einigkeit darüber, dass dem Prinzip Erziehung und Rehabilitation Vorrang vor Repression und Strafe eingeräumt werden muss. Ein entsprechendes Abkommen mit dem Justizministerium ist derzeit in der Bearbeitung.
In einem weiteren Gespräch mit der Ministerin zur Förderung von Frauen, Kindern und der Familie, Maiga Sina Damba, stimmte die Ministerin einer raschen staatlichen Anerkennung aller 5 Kinderschutzzentren von Bice in Mali zu. Die Ministerin drückte ihre Wertschätzung für die Arbeit von Bice Mali aus und äußerte dabei den Wunsch, künftig noch stärker mit Bice zum Wohle von Kindern vor allem in besonderen Notsituationen zusammenzuarbeiten.
Der deutsche Botschafter in Mali, Karl Fittner, hat bereits in mehreren Gesprächen großes Interesse an der Arbeit von Bice in Mali gezeigt und vermittelte Kontakte zu einer Gruppe malischer Parlamentsabgeordneter, die sich verstärkt um die wirksame und nachhaltige Umsetzung von Kinderrechten in Mali einsetzt.
Bice Deutschland e.V. und Bice Mali haben mit der Friedrich-Ebert-Stiftung eine künftige Zusammenarbeit vereinbart. Der Schwerpunkt liegt auf der Jugendstrafgerichtsbarkeit. Es geht konkret um die Fortbildung von Richtern, Staatsanwälten, Polizei und Sozialarbeitern, um Kinderrechte landesweit besser schützen zu können.
Um den Mädchen eine neue Zukunftsperspektive zu geben, unterstützt Kinderrechte Afrika e.V. im Zentrum " un toit, une vie" (ein Dach, ein Leben) in Bamako ihre Fortbildung (hier rechts Nähausbildung). Ausbildungsbegleitend können die Mädchen an Alphabetisierungskursen teilnehmen, lernen schreiben, lesen und rechnen und erhalten notwendiges Grundwissen.
Malwettbewerb zugunsten Bice Deutschland e.V.
Aus der Lahreranzeiger 16.02.2009: "In Form einer Malaktion unter dem Motto »Kinder bringen die Welt ins Rollen« hat die Lahrer Firma Wagner Systeme Lahrer Schulen unterstützt. Insgesamt 250 Drittklässler aus acht Lahrer Schulenhaben sich an die Aktion beteiligt.
Darüber hinaus hatte die Lahrer Firma die Internationale Kinderrechtsorganisation »Bice Deutschland« ins Boot geholt. Alle 253 Bilder standen für je zehn Euro zum Verkauf. Der Erlös geht über »Bice Deutschland« nach Afrika, wo Kindern aus Notsituationen geholfen wird."
Zeitungsartikel aus der Lahreranzeiger und aus der Badischen Zeitung am 16.02.2009 [1.330 KB]
Bice Projekt in Mali auf BR3
Sternstunden e.V. unterstützt Bice Nothilfeheim für schwangere Mädchen und junge Mütter mit ihren Kleinkindern in Mali.
Die Benefizaktion Sternstunden e.V. unterstützt gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk besonders förderungswürdige Projekte im In- und Ausland für Kinder in Not.
Für den diesjährigen Adventskalender wurde auch ein Bice Projekt ausgewählt. Die Unterstützung der Benefizaktion sieht die Ausstattung des Nothilfeheims von Bice in Bamako / Mali vor sowie die Wiedereingliederung von schwangeren Mädchen und minderjährigen Müttern.
Ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks wird Mitte Oktober Aufnahmen des Bice Projekts in Mali machen. Der Film wird dann im Advent in BR3 von einem Projektpaten vorgestellt.
Togo - Kampagne gegen sexuellen Missbrauch
Bice - Togo, unterstützt von Bice Deutschland e.V., startet in August eine Kampagne gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch von Kindern, vor allem von Mädchen. 12.000 Plakate wurden dazu in französischer und einer der lokalen Landessprachen (Ewe) erarbeitet. 8 Bilder zeigen verschiedene Situationen auf, die durch Untertitel erläutert werden.
Zwei verschiedene Themenbereiche werden angesprochen:
1- Wie kann sexueller Missbrauch und Gewalt verhindert werden.
2- Was ist im Falle von sexuellem Missbrauch eines Mädchens zu tun.
Die Kampagne findet bis Ende September statt. Die Plakate werden an die lokalen Partnerorganisationen, an Schulen, Ämter und Ministerien verteilt, ebenso wie an Polizeistationen und die staatlichen Sozialberater. Spots und kleine Theaterstücke im Radio so wie Zeitungsartikel begleiten die Aktion.
Bice versteht diese Kampagne auch als einen Beitrag zur Vorbereitung des Weltkongresses gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen, der dieses Jahr vom 25.-28. November in Rio de Janeiro (Brasilien) organisiert wird.
Schulvorträge
"Afrika — ein wundervoller Kontinent, aber auch ein Kontinent voller Probleme." Mit diesen Worten eröffnete der Schulleiter des Scheffel-Gymnasiums in Lahr am 18.07. die Afrika-Projekttage. 3 Tage, vom 18. bis 20. Juli, währenddessen die Schüler sich mit diesem Kontinent auseinandergesetzt haben.
Als engagierte Kinderrechtsorganisation in Afrika war Bice Deutschland eingeladen, Vorträge zu halten, um den jungen Deutschen die Situation vieler Kinder dort näher zu bringen. Denn als Kind in Afrika aufzuwachsen ist, im Vergleich zu Europa, eine Herausforderung. Selbst wenn mehr und mehr Kinder hier in Deutschland Armut kennenlernen, sind die Lebensbedingungen in Afrika noch sehr viel prekärer: schwieriger Zugang zu trinkbarem Wasser, Essen, medizinischer Versorgung, Schule, Berufsausbildung dafür aber häufig: Bürgerkrieg, Trennung von der Familie, Ausbeutung und Missbrauch...
Die Welt von morgen,
wie sieht sie für unsere Kinder aus?
60 Jahre im Dienst der Würde und Rechte von Kindern, das Bureau International Catholique de l’Enfance, Bice, feierte am 4. Juni in Paris seinen Geburtstag.
Anlässlich seines 60. Geburtstags hat Bice, die französische Partnerorganisation von Bice Deutschland e.V., am 4. Juni 2008 in Paris eine Konferenz zum Thema: Die Welt von morgen, wie sieht sie für unsere Kinder aus, veranstaltet.
Vor einigen Monaten hat Bice in Asien, Afrika, Südamerika und Europa Expertengruppen für die Erstellung eines Aufrufs anlässlich des 20. Geburtstags der UN Kinderrechtskonvention 2009 in Genf initiiert. Diese Experten haben über die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in ihren jeweiligen Kontinenten Bilanz gezogen.
Am 04. Juni in Paris haben sie ihre Arbeit vorgelegt. Zuerst haben die Referenten der verschiedenen Gruppen die Fortschritte seit der Einführung der Konvention dargestellt. Jedoch wurden auch die weiter bestehenden Kinderrechtsverletzungen und zukünftigen Herausforderungen für den besseren Schutz und die Durchsetzung von Kinderrechten erläutert.
Link zu den „position papers“ der Expertengruppen aus Afrika, Asien, Südamerika und Europa: hier
Neue Vorstandsmitglieder für BICE Deutschland
Lothar Hainz, neuer 1. Vorsitzender von BICE Deutschland e.V.
Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde Lothar Hainz (Foto, links), Dipl.- Betriebswirt, einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden unserer Kinderrechtsorganisation gewählt. Herr Hainz ist seit 2003 Mitglied des Vereins und hat seine große Wirtschafts- und Finanzkompetenz bei seiner Mitarbeit im Finanzkontrollausschuss von BICE Deutschland e.V. zur Verfügung gestellt.
Herr Hainz verfügt über eine langjährige internationale Berufserfahrung in Afrika und Asien und war zuletzt Mitglied des Vorstandes der DURAVIT AG, bei der Vereinigung Baden-Württembergischer Arbeitsgeberverbände in Stuttgart, sowie Vorsitzender der Badischen Unternehmerverbände
Prof. Dr. med Peter Stingl, Ehrenvorsitzender von BICE Deutschland e.V.
Prof. Dr. med. Peter Stingl (Foto, rechts), Gründungsmitglied und seit Beginn des Vereins ehrenamtlicher 1. Vorsitzender kann auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung des Vereins und der Vorstandsführung zurückblicken.
Prof. Stingl wird dem Verein verbunden bleiben und sich als einstimmig gewählter Ehrenvorsitzender weiterhin für die Erreichung von dessen Zielen engagieren.
Horst Buchmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, wurde ebenfalls einstimmig für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.
Kampf gegen Kinderhandel
BICE Deutschland e.V. unterstützt verstärkt Aktivitäten im Kampf gegen Kinderhandel, wie beispielsweise im Falle des Mädchens Djenebou:
Sie leidet so sehr darunter, dass ihre Tante immer wieder unzufrieden mit ihr ist, sie immer ausschimpft, anbrüllt und dann misshandelt.
Die Schläge werden immer regelmäßiger, immer brutaler. Bis eines Tages Djenebou nicht mehr kann und nicht mehr will. Das Mädchen weigert sich, die Berge von Maniok zu verarbeiten. Die Folge: die Tante setzt die Achtjährige kurzerhand auf der Straße.
Der Leidensweg des Mädchens geht weiter. Im täglichen Überlebenskampf sucht Djenebou Hilfe bei Kleinhändlern aus Mauretanien, den Allesverkäufern für den täglichen Lebensbedarf. Sie haben Mitleid mit der kleinen Ausländerin und geben ihr zu essen. Es ist ein hartes Leben auf der Straße. Sich täglich eine neue Schlafstelle zu suchen. Angst zu haben vor den älteren Jungen und Männern, die sich an sie heranmachen wollen.
Djenebou hat aber Glück. Sie wird nach drei Wochen auf der Straße von einem der lokalen Wachsamkeitskomitees zur Eindämmung des Kinderhandels am Heiligabend 2007 aufgespürt und wenig später der Kinderschutzbehörde der Polizei der Hauptstadt Abidjan überstellt. Von dort wird Djenebou dem Kinderschutzzentrum Sauvetage von BICE anvertraut.
In der Sauvetage erfährt das Mädchen, das schwere Züge seelischer Verletzungen aufweist, Obdach, Zuwendung und psychologische Betreuung sowie medizinische Hilfe, denn die Wunden der schweren Misshandlungen sind auch nach Wochen noch nicht vernarbt (siehe Abbildung).
Hier kann sich Djenebou satt essen, ohne Sklavendienste verrichten zu müssen. Hier kann sie mit Gleichaltrigen spielen, gemeinsam lernen und sich ausruhen. Hier braucht sie keine Angst mehr zu haben, sie lebt auf als Kind in einem fremden Land. Die Sozialarbeiter von BICE bemühen sich derzeit, die Mutter von Djenebou ausfindig zu machen, um dem Mädchen die Rückkehr in sein Zuhause zu ermöglichen.
Djenebou, Opfer von Kinderhandel
Djenebou erlebt zunächst die ganz normale Kindheit eines Mädchens im ländlichen Mali. Im Alter von 8 Jahren stirbt der Vater. Es wird viel schwieriger für die Familie, der Haupternährer fehlt.
Der Zufall will es, dass ein entfernter Verwandter des Vaters – ein „Onkel“ –, der in der Elfenbeinküste lebt, bei einem Besuch in seiner alten Heimat der Mutter anbietet, das Mädchen mit in die Elfenbeinküste zu nehmen. Noch immer gilt die Elfenbeinküste trotz des Bürgerkrieges und der anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Krise vielen als reiches, gelobtes Land. Die Mutter willigt ein. Djenebou soll es besser haben. Aufwachsen dort, wo es genügend Wasser gibt, wo die Natur alles im Überfluss bietet, wo das Mädchen mit der Unterstützung des Onkels in die Schule gehen kann.
Djenebou reist mit dem Onkel nach Bonoua, der üppigen Ananasregion der Elfenbeinküste im Südosten des Landes.
Doch schon bald muss sie erkennen, dass alles anders ist als die Versprechungen, dass ihr Leben für sie nur harte Schinderei, ja Sklaverei wird. Sie wird trotz ihrer erst acht Jahre zu harter Arbeit im Haushalt herangezogen. Sie ist die erste, die morgens aufstehen muss, fegen, spülen, Essen bereiten, enorme Mengen von Maniok klein schneiden, Abfälle wegbringen und dann Holz für das Kochen der Mahlzeiten im Busch sammeln. Sie ist die letzte, die sich schlafen legt. Tagaus, tagein, ohne Ruhetag. Ohne zur Schule gehen zu können wie viele ihrer Altersgenossinnen, die morgens am Haus ihres Onkels vorbeiziehen und denen sie traurig nachschaut. Sie muss sich so sehr anstrengen, denn wenn sie ihr tägliches Pensum nicht schafft, bekommt sie wenig oder gar nichts zu essen. Und ohne sich richtig satt essen zu können, hat sie auch nicht die Kraft, die harte körperliche Arbeit zu bewältigen.
20 Jahre BICE Engagement in der Elfenbeinküste
für die Rechte und Würde von Kindern.
In der Zeit vom 19. bis 24. November 2007 feierte BICE 20 Jahre Engagement für Kinderrechte in der Elfenbeinküste.
Das BICE Team in der Elfenbeinküste, Virginie Dhellemmes, Generalsekretärin von BICE, und Horst Buchmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von BICE-Deutschland und BICE Delegierter für Afrika, haben eine ganz besondere Woche anlässlich des 20 Jahre BICE Engagements in der Elfebeinküste begleitet: die Woche der Kinderrechte.
Eine Pressekonferenz und die Eröffnung der Fotoausstellung „Regards d’enfants“ (Kinderblicke) durch Désiré Koukoui, Koordinator von BICE in der Elfenbeinküste, läuteten diese Woche der Kinderrechte ein.
Die Eröffnung eines neuen Kinderschutzzentrums in der Polizeizentrale der Hauptstadt Abidjan, die Erweiterung des Kinderschutzzentrums für Straßenkinder, um mehr Mädchen aufnehmen zu können, neue Schlafstellen und sanitäre Einrichtungen für Kinder in Gefängnissen und für inhaftierte Mütter mit ihren Kleinkindern zeigen, dass sich BICE heute und auch in Zukunft weiter für die Rechte von Kindern einsetzen wird.
Das große Lob der Ministerin für Familie, Frauen und Soziales freut uns: „….durch sein erfolgreiches Engagement ist BICE glaubwürdig und für uns, den Staat, so wichtig. BICE ist und war da in Zeiten der großen Krise, in denen andere Organisationen sich aus der Elfenbeinküste zurückgezogen haben…“
BICE Deuschland e.V. hat im Zeitraum von 1996 bis 2007 die Projekte und Aktionen von BICE in der Elfenbeinküste mit 3,6 Millionen EUR unterstützt.














