Dringende Hilfe für Kamerun

Dringende Hilfe für Kamerun benötigt!


Die Gefängnistüren öffneten sich für inhaftierte Mütter beim Besuch des Generalsekretärs von Kinderrechte Afrika e.V., Horst Buchmann:"Gerade hat eine junge Mutter ein Kind zur Welt gebracht - ohne Hilfe wird es die ersten Lebensjahre nur Gefängnismauern sehen."



Dringende Hilfe für Kamerun benötigt: Ein Bericht von Horst Buchmann, Generalsekretär von Kinderrechte Afrika e.V. am 28.04.2010:

"Im Rahmen des Aufbaus von neuen Partnerschaften von Kinderrechte Afrika e. V. bin ich im Augenblick im äußersten
Norden von Kamerun. Dort wurden wir auf eklatante Kinderrechtsverletzungen aufmerksam gemacht. Nach mehr als einer Woche mit vielen Gesprächen mit Kindern in schlimmen Notsituationen, mit Behörden, Nichtregierungsorganisationen und kirchlichen
Diensten wird deutlich: hier wollen, hier müssen wir uns engagieren. Da sind fünf 9 bis 12 jährige. Tagelang auf der Polizeistation von Mokolo festgehalten wegen gemeinsamen Diebstahls von ein paar Kisten Bier – dazu angestiftet von Erwachsenen.
Vergebens hat der Polizeichef versucht, die Eltern vor-zuladen. Sie sind aus Verantwortungs-losigkeit und auch wohl auch aus Angst vor Schande nicht gekommen. Sie überließen ihre Kinder einfach ihrem Schicksal.
Eingepfercht in einem engen Verlies mit nur drei fingergroßen Öffnungen leiden sie an Hunger und einer extremen Hitze mit über 43 Grad tagsüber in der Zelle. Als sie mir vorgeführt werden, beben sie am ganzen Körper.
Mit meinen kamerunischen Partnern konnten wir wenigstens erreichen, dass die beiden Jüngsten noch am gleichen Abend aus der Polizeihaft entlassen werden. Die drei anderen wurden aufgrund richterlicher Anordnung in Untersuchungshaft ins Gefängnis genommen und sind dort mit 20 Jugendlichen auf 18 qm (!) eingesperrt.
Damit missachtet die kamerunische Justiz eindeutig geltendes Recht und internationale Rechtsnormen. Die Kinder sind wegen ihres Alters überhaupt nicht strafmündig. Wir werden uns weiterhin für diese Opfer von Polizei- und Justizwillkür einsetzen.

Das Schicksal von Straßenkindern hat mich ebenfalls sehr bewegt. Der lokale Polizeichef von Mokolo bot mir an, mich nachts zu begleiten, um zu sehen, wo diese Kinder schlafen. Einige sind gerade erst 8 Jahre alt. Von der Familie vernachlässigt, verjagt findet hier ihr täglicher Überlebenskampf statt: sie verdingen sich als Lastenträger, Auto und Motorradwäscher, machen alles, was sie gerade kriegen können. Sie stehlen, wenn sie Hunger haben, landen im Gefängnis. Ein Dasein wie die Ziegen und Schweine auf den Müllhalden, die nach Essbarem suchen.

In dieser von starren Traditionen beherrschten Region im äußersten Norden Kameruns haben Mädchen wenig Chancen, ihre Rechte wahrzunehmen. Wenige gehen zur Schule, nur einige erreichen einen Schulabschluss. Viele werden schon als 10 jährige zur Frühehe gezwungen mit der aktiven Komplizenschaft der Eltern der Mädchen, die sich oft in der Armut der Familie begründet. Viele müssen sich in der Schule den Lehrern prostituieren, um weiter zu kommen.
Wenig wurde bisher erreicht. Aber es gibt viel guten Willen und Aufschrei gegen diese Kinderrechtsverletzungen. Kinderrechte Afrika e. V. in Lahr ist bereit, sich zu engagieren, seine Erfahrungen, sein Know-how einzubringen und auch für die notwendigen Mittel zu sorgen, dass solche eklatanten Kinderrechtsverletzungen bald ein Ende haben werden."

Wir wären sehr dankbar, wenn Sie uns bei der Umsetzung der Kinderrechte in Kamerun mit einer Spende unterstützen möchten!



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