Kinderhandel in Westafrika


Seit Jahrhunderten gibt es in (West-)Afrika starke Migrationbewegungen mit einem Austausch billiger Arbeitskräfte aus den verarmten »Lieferländern« in reichere Empfängerländer, z.B. in die Kakao-, Kaffee- und Baumwollplantagen der Elfenbeinküste.
Skrupellose Kinderhändler, manchmal auch entfernte Verwandte, die minderjährige Familienmitglieder in ihre Obhut nehmen, nutzen die Armut, die Unwissenheit, aber auch den Wunsch der Eltern nach einem besseren Leben ihrer Kinder im Wirtschaftswunderland Elfenbeinküste schamlos aus.
Ausgelöst von einem medienwirksamen Skandal Mitte der 90er Jahre hat die internationale Gemeinschaft zunehmend Druck aufgebaut, damit der Kinderhandel wirksam unterbunden wird. Dazu mussten erst einmal Gesetze erlassen oder neu gefasst, Abkommen über eine überregionale Zusammenarbeit zwischen Liefer- und Empfängerländern erarbeitet und unterzeichnet werden. In diesem politischen Prozess hat sich Kinderrechte Afrika e.V. durch seine afrikanische Partner aktiv beteiligt, z.B. durch die Mithilfe bei der Formulierung einer Konvention zwischen der Regierung der Elfenbeinküste und Malis.

Kinderrechte Afrika e.V. arbeitet auch ganz konkret für die Opfer des Kinderhandels
und kann mit seinen afrikanischen Partnern, die unter der wenigen Organisationen mit geeigneten Infrastrukturen sind, Kindern in diesen Zentren Schutz und Obdach bieten.
Hier haben die Kinderschutzzentren eine ausgesprochene Nothilfefunktion. Sie kennen keine Öffnungs- und Schließungszeiten, sind rund um die Uhr mit Sozialarbeitern besetzt und können auch mitten in der Nacht Kinder aufnehmen, die von der Polizei als Opfer des Kinderhandels aufgegriffen wurden.
Kinderrechte Aftrika e.V. arbeitet dabei mit den Behörden und staatlichen Sicherheitsorganen zusammen, wie auch mit UNICEF und der Schweizerischen Stiftung des Internationalen Sozialdienstes (SSI). Für die Rückführung der Kinder aus der Elfenbeinküste können wir uns auf unsere Partnerstruktur verlassen und auf Bice -Togo und Bice-Mali zurückgreifen, Kinder auch dort vorübergehend in den Sozialzentren aufnehmen und logistische Hilfe für die Familienintegration der Kinder leisten. Dies wird auch immer zum Anlass für eine Aufklärungskampagne in der sozialen Gemeinschaft und bei den Behörden in der Heimatregion der Opfer des Kinderhandels genommen.



Abschied von den burkinischen Jungen, Opfer des Kinderhandels. Sie sollten ursprünglich in den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste arbeiten, wurden aber von der Gendarmerie abgefangen und an Bice- Elfenbeinküste zur Rückführung übergeben. Im Kinderschutzzentrum CREA fanden sie Obdach und Zuwendung und wurden auf ihre Rückreise in ihr Heimatland vorbereitet.


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