Aus dem behüteten Leben im Dorf den Gefahren und der Not der Metropole Bamako ausgesetzt Wie viele Tausende Mädchen sind es - die Mädchen aus den Dörfern, die von Entwicklung kaum erreicht wurden - die von einem Leben voller Glanz in der Stadt träumen? Aber die Realität holt sie schnell ein – Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Was kann ein junges Mädchen im Alter von 15 oder 16 Jahren anderes in der Hauptstadt anfangen - Analphabetin und ohne Erfahrung in Gelddingen - als eine Stelle als Hausmädchen anzunehmen, gegen Kost und Logis für 9 EUR im Monat? Der Traum ist bald geplatzt. 10 bis 15 Stunden Arbeit am Tag, solch geringes Entgelt lässt nicht viel Platz für Fantasien. Und dieser Traum wird zu einem Albtraum, wenn der freundliche junge Mann, den man in den raren Momenten der Freizeit getroffen hat, sich bei der Neuigkeit, dass er Vater wird, rasch aus dem Staub macht. Es bleiben nur Tränen, Panik und Angst angesichts dieser für die (Groß-) Familie im Heimatdorf der Mädchen völlig inakzeptablen Situation.
Das Schlimmste verhindern Das Kinderschutzzentrum von unserem afrikanischen Partner in Bamako bietet diesen jungen Mädchen, die oft völlig allein gelassen und verzweifelt sind, in Bamako einen Zufluchtsort, ein Obdach und eine professionelle Betreuung in der schwierigen Phase der letzten drei Monate vor der Geburt ihres Kindes. Das Zentrum verhindert das Schlimmste: eine illegale Abtreibung, bei der die Mädchen ihr Leben riskieren; Kindesaussetzung oder –tötung, beides Delikte, die sie erbarmungslos geradewegs ins Gefängnis führen. Die psychosoziale Betreuung, medizinische Untersuchungen, Vorsorge und die erhaltene Ausbildung sowie die durchgeführte Mediation zur Akzeptanz einer Familienrückführung und zur Versöhnung bieten ihnen neue Zukunftsperspektiven. Diese Maßnahme wird grundsätzlich in Bamako angeboten und ergänzt ein frühzeitig einsetzendes Präventionsprogramm in den Herkunftsdörfern der Mädchen, das in den kommenden Jahren noch verstärkt werden soll.
Die Landflucht der Mädchen verhindern oder sie zumindest auf das Leben in der Großstadt vorbereiten Mitarbeiter von Bice-Mali (unserem Partner) in Ségou, San, Mopti und Sikasso haben gezielt die Dörfer besucht, aus denen besonders viele Mädchen in die verführerische Welt der Hauptstadt Bamako aufbrechen wollen. Sie führen Sensibilisierungsmaßnahmen durch und machen sowohl die Eltern als auch die jungen Mädchen auf die Gefahren der Großstadt aufmerksam. Aber sie versuchen auch, das Engagement und die Eigeninitiative der Dorfbewohner zur Vermeidung der Landflucht zu fördern. Die Herausforderung liegtdarin, Einkommensmöglichkeiten für die jungen Mädchen zu finden, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Kinderrechte Afrika e.V. unterstützt mit Kleinkrediten und Starthilfen bei der Konkretisierung der Vorhaben. Nicht alle Mädchen gehen bis nach Bamako: ein Teil bleibt in den größeren Städten und sucht dort eine Arbeit. Dort werden sie ebenfalls als Hausmädchen angestellt. Normalerweise logieren alle Mädchen aus derselben Region bei einem sogenannten »Großvermieter«. Es handelt sich dabei meist um eine Person, die aus der Heimatregion der Mädchen stammt, sich in der Stadt bereits etabliert hat und auskennt. Sie bietet den Mädchen ein Dach über dem Kopf und hilft ihnen, einen Arbeitgeber zu finden.
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Eine Sozialarbeiterin von Bice-Mali, unserem Partner, führt ein vertrauenschaffendes Gespräch mit einem »Großvermieter«. Die Analyse der Situation der bei ihm untergebrachten Mädchen ermöglicht es, geeignete Präventions- und Betreuungsmaßnahmen anzubieten.
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