D. R. Kongo
Die Projekte
- Globalprojekt in der D. R. Kongo
und als Teil des Globalprojektes:
- Kinder in Gefängnissen
- Ausgebeutete Kinder
- Hexenkinder
- Entwicklung von "best practices"
Crispin Luambua Mulumba, Koordinator von Bice Kongo: die Durchsetzung elementarer Kinderrechte in der D. R. Kongo führt zu nachhaltigen Veränderungen auf sozialer und politischer Ebene zugunsten von Kindern in besonderen Notsituationen:
Seit 1996 setzt sich Bice- D. R. Kongo für die Förderung, die Durchsetzung und den Schutz von elementaren Kinderrechten ein – für die Rechte von Kindern in Gefängnissen und Polizeigewahrsam, misshandelten, ausgebeuteten und missbrauchten Kindern, Kindersoldaten, Kindern als Opfer von Krieg und Vertreibung. Die Erfolge seiner Arbeit sind in vielen Bereichen sichtbar.
Bewusstwerdung der Problematik und Bündelung der Kräfte in der Gesellschaft und auf politischer Ebene
Vor Beginn der Arbeit in der D. R. Kongo gab es nur ein geringes Engagement für mit dem Gesetz in Konflikt geratene Kinder. Oft wegen geringfügiger Delikte inhaftierte Kinder vegetierten in muffigen, menschen- und besonders kinderunwürdigen Zellen und waren der Gewalt und dem sexuellen Missbrauch erwachsener Mithäftlinge hilflos ausgeliefert. Auf Initiative von Bice-Kongo und mit Unterstützung des zuständigen Justizministeriums wurden in vielen Gefängnissen und Polizeistationen separate Gefängnistrakte für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Unsere Arbeit zur Durchsetzung und Förderung von elementaren Kinderrechten wird von den kongolesischen Behörden sehr geschätzt und anerkannt und hat Vorbildcharakter für Aktivitäten nationaler wie auch internationaler Organisationen.
Mitarbeit an der Jugendstrafrechtsreform und ihrer Umsetzung bei Strafverfahren für Kinder und Jugendliche
Für den Kongo galt immer noch die koloniale Strafgesetzgebung aus dem Jahr 1950. Diese Gesetzgebung war veraltet, trug den tatsächlichen Gegebenheiten unserer heutigen Gesellschaft in keinster Weise Rechnung und entsprach nicht den internationalen Rechtsnormen, die auch von der D. R. Kongo ratifiziert wurden. Bereits in den neunziger Jahren setzte das Justizministerium zusammen mit der Universität Kinshasa eine Kommission zur Erneuerung des Jugendstrafrechts ein, allerdings nur mit mäßigen Fortschritten. Bice-Kongo hat in zahlreichen Seminaren mit Universitätsprofessoren, Jugendrichtern, Staatsanwälten sowie Strafvollzugs- und Polizeibeamten die Arbeit an den Reformen vorangetrieben und deren Realisierung beschleunigt. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit von Bice, dem Justizministerium und anderen Partnerorganisationen wurde dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt und schließlich in die kongolesische Verfassung aufgenommen. Minderjährige stehen danach bis zum Alter von 18 Jahren unter besonderem Schutz.
Ein weiterer wichtiger Beitrag von Bice-Kongo und Kinderrechte Afrika e.V. war die Erarbeitung und Veröffentlichung einer Gesetzessammlung auf der Grundlage rechtsstaatlicher Normen und Regeln und im Einklang mit der UN-Kinderrechtskonvention sowie deren Umsetzung zum Schutz der Rechte von Minderjährigen auf Polizeistationen, vor Gericht und in Gefängnissen. Ausführliche Kommentare und Analysen bieten Staatsanwälten, Anwälten, Jugendrichtern, Polizeibeamten und Sozialarbeitern
die Möglichkeit, in ihrer täglichen Arbeit aktiv Kinderschutz bei mit dem Gesetz in Konflikt geratenen Kindern zu praktizieren.
Multiplikator unserer Arbeit – Kinderschutzkomitees
Bice-Kongo initiierte als erste Nichtregierungsorganisation die Gründung von örtlichen Kinderschutzkomitees in Kinshasa und im Osten des Landes. Sie sind ein wichtiger Multiplikator bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit und bei der Schaffung einer Kinderrechte fördernden und schützenden Umwelt. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind dabei häufig die soziale und familiäre Wiedereingliederung von Kindern und Jugendlichen.
