Globalprojekt - D. R. Kongo

Stärkung der Kompetenz und Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, staatlichen Einrichtungen und den Medien zur Förderung eines Kinderrechte schützenden Umfeldes.

Information über den abgeschlossenen Projekt "Kindersoldaten"

Beschreibung

Unser Engagement in:
Kinshasa und den beiden Kasaï-Provinzen

Unser Engagement für:
-
12 000 bedürftige und gefährdete Kinder und Jugendliche – Opfer militärischer Auseinandersetzungen, von Gewalt und Missbrauch
- 1 700 ehemalige Kindersoldaten, 98 erneut durch bewaffnete Gruppen zwangsrekrutierte Kinder

Unsere Partner:
- Bice-D.R. Kongo
-
Staatliche Einrichtungen und deren Mitarbeiter (850)
- Mitglieder der lokalen Kinderschutzkomitees und andere Einrichtungen der Zivilgesellschaft (950)
- Religionsgemeinschaften, soziale Gemeinschaften, Familien (50 000)
- Medien (45 Journalisten)
- Die Kinder selbst als Multiplikatoren (600).

Finanzierung:
Gesamtsumme des Projekts: EURO 2.678.000
Finanzpartner: Belgisches Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit, Cordaid, Weltgebetstag der Frauen

Projektphase:
36 Monate, Beginn 01.01.2009

Ziele unseres Engagements

Schaffung eines Menschen- und insbesondere Kinderrechte schützenden Umfeldes in der D.R. Kongo. Unterstützung bei der nachhaltigen Entwicklung hin zu einem Rechtsstaat, zur Friedenskonsolidierung und zu einer demokratisch ausgerichteten politischen Führung.

Wesentliche Aktivitäten

Strategien, Methoden

Photos

Kinderschicksale

Juliens Geschichte:
Julien ist 16 Jahre alt. Er wurde in Kinshasa (D.R. Kongo) geboren und ist das zweite von sieben Kindern. Seit frühester Kindheit kränklich, verschlangen seine Medikamente und Behandlungen die wenigen finanziellen Mittel seiner Eltern. Er blieb kleinwüchsig. Seine Eltern waren sehr beunruhigt. Julien konnte sich aber im Vergleich mit seinen Geschwistern besser ausdrücken und hatte eine raschere Auffassungsgabe. Nach und nach sah sein soziales Umfeld in ihm ein sogenanntes „Hexenkind“.

Der Vater brachte Julien zu einer Erweckungskirchengemeinde, um ihm die angeblichen bösen Geister austreiben zu lassen. Die harten Exorzismusrituale verschlimmerten den Gesundheitszustand von Julien. Der Pastor hat den Jungen dann einfach auf einem Marktplatz ausgesetzt. Er kämpfte mit anderen Kindern auf der Straße ums Überleben bis ihn eine Frau voller Mitleid entdeckte und mit auf die Polizeistation nahm.

Er wurde von dort ins Bice Kinderschutzzentrum überstellt. Die psychosoziale Betreuung, medizinische Versorgung und regelmäßige Ernährung förderten seine körperliche und geistige Entwicklung und seine Wiedereingliederung in die Gruppe. Trotz seines Kleinwuchses nahm er mit Freude an den angebotenen Freizeitaktivitäten teil. Er konnte bisher nicht zur Schule gehen. Sein Interesse und Wissensdurst war groß, und er machte große Fortschritte beim Lernen. Den Bice Sozialarbeitern ist es gelungen, Vorurteile und Ängste gegen Julien abzubauen und ihn wieder in seine Familie zu integrieren.

Alain, 12 Jahre alt, im Gefängnis:
„Mein Vater ist gestorben. Ich bin der Älteste. Ich habe noch zwei Brüder und zwei Schwestern. Nach dem Tod meines Vaters haben meine Großeltern und meine Onkel meine Mutter aus dem Haus gejagt. Wir sind zu unserem anderen Großvater, der als Bauer arbeitet, ins Dorf gegangen. Das Leben war sehr hart. Wir wurden blass und krank. Unsere Onkel vom Land wollten uns Kinder auch nicht und haben uns weggejagt. Meine Mutter konnte nichts für uns tun und weinte bloß.

Da wir nicht wussten, wo wir hin sollten, blieben wir auf dem Markt und haben gebettelt. Manchmal haben wir schwere Lasten getragen, um ein bisschen Geld zu verdienen. In der Nacht schliefen wir in Kirchen oder in öffentlichen Anlagen.Eines Tages verlor ein Mann auf dem Markt sein Geld. Für ihn war es klar, dass mein Bruder und ich das Geld gestohlen hatten; er ließ uns verhaften. Die Polizei brachte uns aufs Kommissariat und anschließend ins Gefängnis. Ich wünsche mir die Freiheit und dass man mich zu meinem Großvater lässt.“

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