Ghana: Bekämpfung von Früh- und Zwangsheirat

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Projekttitel: Bekämpfung von schädlichen traditionellen Praktiken, insbesondere Früh- und Zwangsheirat.


Projektregion: Northern Region, Ghana


Laufzeit: 01.04.2018 – 31.01.2019.

 

Lokaler Projektpartner: PAORP-VWC (Pan-African Organisation for Research and Protection of Violence on Women and Children)

Hintergründe

Im Bezirk Tolon in der Northern Region in Ghana leben fast 90% der Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Das Durchschnittsalter der Gesellschaft ist sehr niedrig. Weniger als ein Drittel der Bevölkerung ist alphabetisiert, lediglich 37% unter den Alphabeten sind Frauen. In dieser Region sind Polygamie und eine relativ niedrige Stellung der Frau noch immer fest in der Gesellschaft verankert. In Tolon und Umgebung sind schädliche traditionelle Praktiken, insbesondere Früh- und Zwangsehen, alltäglich. Untersuchungen zeigen, dass jedes vierte Mädchen in der Northern Region in Ghana vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet wird. Damit verbunden sind meist sexuelle Ausbeutung, Kinder- und Jugendschwangerschaften sowie eine hohe Anzahl an Schulabbrüchen unter Mädchen - mit weitreichenden Folgen. Trotz nationaler Gesetze, die Früh- und Zwangsehen verbieten (Kinderschutzgesetz von 1998, Verfassung Ghanas), werden in der Praxis unter Berufung auf Tradition, Brauchtum und Gewohnheitsrecht oft weder Alter noch Zustimmung des betroffenen Mädchens berücksichtigt. Tausenden Mädchen wird dadurch die Chance auf (Aus-)Bildung und eine selbstbestimmte Zukunft genommen.

Zielgruppen

Direkte Zielgruppen:

  • 5.000 Mädchen, die zwangsverheiratet wurden oder potenziell gefährdet sind

 

Als Mittler:

  • 5 traditionelle Führungspersonen
  • 10.000 Frauen in religiösen und traditionellen Gemeinschaften
  • 5.000 Männer und 3.000 Jungen, die als Väter, Brüder und Ehemänner über Entscheidungsgewalt verfügen

Maßnahmen

  • Kulturelle Theater-, Gesangs- und Tanzveranstaltungen, in denen schädliche traditionelle Praktiken thematisiert werden sowie Durbars (traditionelle Gemeindeveranstaltungen), in denen Kinder mit Theaterstücken und Sketchen die teils verheerenden Folgen von Früh- und Zwangsehen aufzeigen
  • Ein Workshop, in dem Führungspersonen und Interessensvertreter(innen) lernen, schädigende Praktiken zu erkennen und Lösungsansätze zu finden
  • Aufklärung von Kindern in Lern- und Spielzentren über ihre Rechte, insbesondere das Recht auf Selbstbestimmung in Bezug auf den eigenen Körper
  • Sammlung und Dokumentation von traditionellen Märchen, Fabeln, Sprichwörtern und Weisheiten, die eine positive Botschaft über das Kindeswohl in lokalen Sprachen vermitteln. Diese dienen PAORP zur Vermittlung von Kinderrechten und der elterlichen Verantwortung in traditionsgeprägten ländlichen Gebieten.

Ziele und erwartete Ergebnisse

  • Verbesserter Zugang zu Bildung für (besonders benachteiligte) Mädchen und Kinder aus ausgegrenzten Gesellschaftsgruppen
  • Stärkung des lokalen, gesellschaftlichen Verständnisses von Kinderschutz
  • Zunahme der offiziellen Registrierung von Geburten und Eheschließungen und somit Schaffung einer Kontrollmöglichkeit für das Alter der Eheleute

Finanzierung

Projektkosten: 12.099 €

 

Es handelt sich um ein Pilotprojekt von Kinderrechte Afrika e. V. mit dem neuen Partner PAORP-VWC. Die Projektkosten werden gänzlich von PAORP-VWC und Kinderrechte Afrika e. V. getragen.

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Titelbild: Kinder thematisieren die Gefahren von Frühehe in einem Sketch, den sie auf einer Dorfveranstaltung aufführen. © Marco Kraft

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