Kinderrechte Afrika e.V.; Mali
Kinderrechte Afrika e.V.; Mali
 

Mali: Verbesserung des Status sowie Bildung und Zukunftschancen für Mädchen aus ländlichen Regionen

Projektregionen: Ségou und Koulikoro


Laufzeit: 1.3.2015 – 29.02.2018


Lokaler Projektpartner: GRADEM Mali

 

Ausgangssituation

 

In den am Projekt beteiligten Gemeinden der Regionen Ségou und Koulikoro besuchen knapp 50% der Kinder keine Schule. In 16 der 58 beteiligten Dörfer der gibt es keine Grundschule. Der Schulweg ist für einige Kinder bis zu 12km lang, Schulbusse und Schulspeisung gibt es nicht. Der Anteil der Mädchen unter den Grundschulkindern beträgt nur ca. 46,5%. Mehr als 4% brechen jährlich die Schulausbildung allerdings vorzeitig ab und erhalten kein Grundschulausgangszeugnis.

Kinder und insbesondere Mädchen ohne Schulausbildung haben auf dem Land keine Zukunftsperspektiven. Sie wandern daher schon früh in die Städte ab und suchen als ungelernte Arbeiterinnen im informellen Sektor ein Auskommen. In 30 der 58 am Projekt beteiligten Dörfern liegt die Landfluchtrate nach wie vor bei über 50%, wobei mehr als 70% der abwandernden Mädchen unter 15 Jahre sind. Unbescholten und naiv werden diese Mädchen oft Opfer von wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung sowie Gewalt.

Das Projekt setzt auf die Eindämmung der Landflucht von Mädchen und eine Dynamisierung des ländlichen Raumes durch Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen.

Projektziele

 

Die Bildungschancen von 1.000 Kindern sowie die Ausbildungs- und Einkommensperspektiven von 1.900 Mädchen in benachteiligten ländlichen Gebieten sind verbessert. D.h. konkret:

  • Für Kinder in 5 Gemeinden haben sich der Zugang und der Erhalt einer Grundschulausbildung verbessert.
  • In 58 Dörfern setzt sich die Bevölkerung aktiv für eine Verbesserung des Status und der Lebensbedingungen der Mädchen ein und trägt zur Eindämmung der Landflucht bei.
  • Für 1.900 Mädchen in 58 Dörfern hat sich die Ausbildungs- und Einkommenssituation bis Projektende verbessert.

Zielgruppen

  • 1.000 Kinder im Grundschulalter (ca. 600 Mädchen/400 Jungen) aus bedürftigen Familien in 5 ländlichen Gemeinden
  • 1.900 junge Mädchen (13-18 Jahre), die potentiell bereit sind, ihr Heimatdorf zu verlassen
  • ihre Familien und die Sozialgemeinschaft
  • 45 Schülergruppen (eine in jeder der 45 am Projekt beteiligten Grundschulen)
  • 45 Eltern- und Lehrervereinigungen sowie Schulverwaltungs-ausschüsse
  • 58 traditionelle Dorfvorsteher und andere lokale Würdenträger aus den Projektregionen
  • 4 Radiosender (2 pro Projektregion)
  • die zentralen und dezentralen Dienste des Ministeriums für Grundbildung und die Akademien für Grundschulbildung
  • das Ministerium für Familie, Frauen und Kinder sowie seine regionalen Fachabteilungen

Maßnahmen

  • Unterstützung und Begleitung von 1.000 Kindern bei der Erlangung einer Grundschulbildung
  • Unterstützung des Dorfes Oussébougou bei der Errichtung einer Dorfschule
  • Weiterbildung der Vertreter(innen) der Elternvereinigungen, des Lehrpersonals sowie der Schul- und Gemeindeverantwortlichen
  • Durchführung von Sensibilisierungskampagnen unter Beteiligung von Kindern zu Kinder-(Mädchen-)Rechten sowie zur Bedeutung einer Grundschulbildung, insbesondere für Mädchen
  • Unterstützung von 1.000 Mädchen aus 30 Dörfern bei der Aufnahme einer Einkommen schaffenden Tätigkeit und Vermittlung der Grundlagen unternehmerischen Denkens und Handelns
  • Förderung von Selbsthilfeinitiativen der Mädchen im ländlichen Raum, z.B. Organisation dieser Mädchen in vorgenossenschaftlichen Vereinigungen.

Finanzierung

Projektkosten: 399.360 Euro

 

Finanzpartner:

  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Familie-Haas-Stiftung
  • Kinderrechte Afrika e.V. (Eigenmittel, d.h. Spenden)

Amis Geschichte

"Ich heiße Ami, ich bin 17 Jahre alt. Ich bin in die Stadt gekommen, um Geld für meine Aussteuer zu verdienen. Ich arbeite als Haushaltshilfe. Ich habe jemanden kennengelernt und bin mit ihm ausgegangen. Nach einigen Monaten bin ich von ihm schwanger geworden. Er hat sich geweigert, die Vaterschaft anzuerkennen. Im achten Monat meiner Schwangerschaft hat mich meine Chefin  fortgeschickt. Ich wusste nicht, wohin ich gehen soll. Eine alte Dame hat mich gefunden und zu sich genommen. Einige Tage später hatte ich mein Kind geboren. Ich wollte das Kind weggeben und Arbeit suchen. Die alte Dame wusste eine Frau, die mein Kind adoptieren wollte. Wir sind zur Polizei gegangen, um ein Dokument wegen der Adoption zu beantragen. Dort wurde ich festgehalten und dann zur Sittenpolizei überführt."

 

Diese hat Ami der Kinderschutzeinrichtung "Bamunan – Espoir et vie" von GRADEM überstellt. Sie und ihr Kind wurden ärztlich versorgt und psychosozial betreut. Ami blickt zurück:

 

"Ich hatte ungeschützten Geschlechtsverkehr. Ich habe von Familienplanung gehört, aber ich habe nicht gewusst, was das ist. Ich bin verlobt in meinem Dorf. Ich schäme mich, mit einem Kind auf dem Rücken zurückzukehren."

 

Durch erfolgreiche Verhandlungen mit der Familie konnte sie eine Schneiderlehre beginnen und verdient heute als einzige Schneiderin ihres Dorfes ihr Auskommen.

Titelbild: Mädchen in einem Dorf sesshafter Hirtennomaden berichten stolz von ihren Erfolgen bei der Kleintierhaltung. Im Rahmen des Projektes haben sie eine Starthilfe für den Kauf von Hühnern und Ziegen erhalten und durch deren Vermehrung und Verkauf eigenes Einkommen erwirtschaftet. Ihr Status wird aufgewertet und sie finden zunehmend ein Einkommen in ihrem dörflichen Heimatmilieu. © Horst Buchmann

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