Mali: Zugang zu qualitativer Bildung für Kinder in ländlichen Regionen

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Projektregionen: Ségou, Koulikoro und Mopti in Mali


Laufzeit: 01.10.2018 – 30.09.2021

 

Lokaler Projektpartner: GRADEM (Groupe Recherche Action des Droits de l'Enfant au Mali)

Ausgangssituation

In den ländlichen Regionen Malis besuchen viele Kinder keine Schule oder brechen sie nach den ersten 1-2 Jahren der Grundschule wieder ab. Ein Großteil der Bevölkerung kann daher nicht lesen und schreiben. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das viel zu geringe Einkommen der Dorfbevölkerung, das es Familien nicht erlaubt für den Schulbesuch, Hefte, Stifte etc. aufzukommen. In den letzten Jahren konnte Kinderrechte Afrika e. V. gemeinsam mit seinem malischen Partner GRADEM in den Regionen Ségou und Koulikoro die Gründung von Kooperativen in Dörfern anstoßen und sie in ihrer Entwicklung begleiten. In den Kooperativen unterstützen sich die Familien gegenseitig, u. a. auch mit Starthilfen für eine Einkommen schaffende Tätigkeit (Gemüseanbau, Kleintierhaltung, Gewürzhandel etc.). Die Familien konnten sich so ein kleines Gewerbe aufbauen und damit die Einschulung ihrer Kinder finanzieren. Über 6.500 Kinder mehr gehen nun in den 58 Projektdörfern regelmäßig zur Schule. Nun sollen in weiteren Dörfern Kooperativen aufgebaut und begleitet werden, um darüber die selbstbestimmte Entwicklung in den ländlichen Regionen zu fördern.

Jedoch gibt es noch wesentliche Hürden, die Kindern und insbesondere Mädchen den Schulbesuch erschweren:

 

  • Das Fehlen einer Geburtsurkunde hindert nach wie vor viele Kinder in ländlichen Regionen daran, einen Grundschulabschluss und darauf aufbauend eine Sekundarschulbildung zu erlangen.
  • Körperliche Züchtigungen sind an allen Schulen im Projektgebiet sowie in den Familien weit verbreitet. Ein Bewusstsein für eine gewaltfreie Erziehung gibt es selten. Um den Zugang zu qualitativer Bildung zu fördern, braucht es daher umfangreiche Aufklärung und Sensibilisierung von Kindern, Eltern, lokalen Führungspersönlichkeiten, Lehrpersonal etc., vor allem zur Einführung von alternativen Erziehungsmethoden.
  • Oft werden die Rechte der Kinder falsch oder missverständlich vermittelt, weil das dafür notwendige Vokabular in den lokalen Sprachen fehlt.
  • Das Klima Malis ist sehr trocken und die praktizierte Monokultur, der steigende Einsatz von Pestiziden und chemischem Dünger laugt die kargen Böden weiter aus, sodass auf lange Sicht die Ernteerträge stark zurückgehen werden und damit die Versorgung der Familien, d. h. auch der Schulbesuch der Kinder, wieder gefährdet ist.

Projektziele

Kinder in den ländlichen Regionen Ségou, Kolikorou und Mopti erhalten Zugang zu qualitativer Bildung. D. h. konkret

  • In den 86 Projektdörfern werden die Grundrechte von 13.600 Kindern, insbesondere Grundverständnis einer gewaltfreien Erziehung und das Recht auf Bildung, verstanden, akzeptiert und die Bevölkerung initiiert gemeinsame Aktionen für ihre wirksame Umsetzung.
  • Kinder erhalten über ihre Kooperativen Unterstützung bei der Ausstellung ihrer Geburtsurkunden und haben dadurch Zugang zu einer sekundären Schulbildung.
  • Auf der Farm des Partners lernen Mädchen und Frauen des ländlichen Raums nachhaltige Anbaumethoden mit geringem Einsatz von Ressourcen (Dünger, Wasser…).
  • Mit dem gestiegenen Einkommen können Familien ihren Kindern den Zugang zu Bildung ermöglichen

Zielgruppen

Direkte Zielgruppe:

  • ca. 13.600 Kinder (davon ca. 7.000 Mädchen) aus den 3 Projektregionen Ségou, Koulikoro, Mopti, darunter:

- 1.800 Grundschulkinder (davon ca. 1.000 Mädchen)

- 1.000 Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen (davon ca. 600 Mädchen)

  • 1.000 Eltern-Kinder-Teams

 

Indirekte Zielgruppe (ca. 9.600) darunter:

  • Bevölkerung von 86 Dörfern (davon 76 Dörfer in denen die Entwicklung von Kooperativen begleitet wird sowie 10 Dörfer in der Region Mopti, die keine Kooperative haben, aber an der Ausarbeitung und Verbreitung der Kinderrechte in lokalen Sprachen mitwirken)
  • 175 kommunale staatliche Führungspersönlichkeiten
  • 50 Medienvertreter(innen)
  • 14 Vertreter(innen) der kommunalen Gemeindeverwaltungen
  • 600 Absolvent(inn)en der Lehrerausbildung
  • Jeweils 3 Vertreter(innen) der staatlichen pädagogischen Animationszentren und der staatlichen Dienste für ländliche Entwicklung
  • 3 Alphabetisierungsexpert(inn)en und 6 traditionelle Kommunikator(inn)en
  • Netzwerke der Kinder- und Frauenrechtsorganisationen in Bamako

Maßnahmen

  • Erarbeitung und Verbreitung eines Handbuchs zu Kinderrechten in drei lokalen Sprachen
  • Begleitung von 76 Dörfern in den Regionen Ségou und Koulikoro bei der Gründung bzw. Stärkung einer vorgenossenschaftlichen Vereinigung
  • Unterstützung der Aktionen der vorgenossenschaftlichen Vereinigungen in jedem der 76 Projektdörfer
  • Durchführung von Radiokampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung
  • Weiterbildung von 110 Genossenschaftsmitgliedern (30% Frauen, 20% Männer, 50% junge Mädchen) in umweltfreundlichen und ertragsreichen Anbaumethoden sowie Weiterverarbeitungstechniken
  • Stärkung der Kompetenzen des Projektteams im Bereich Agroökologie
  • Aufbau und Bewirtschaftung einer ökologischen Farm mit Modellcharakter

Finanzierung

Projektkosten: 555.500 Euro

 

Finanzierung:

  • Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)
  • GRADEM
  • Kinderrechte Afrika e. V. (Spenden):

 

Kinderrechte Afrika e. V.

Schillerstraße 16

D-77933 Lahr

 

Tel.: 07821/38855

Fax: 07821/985755

info[at]kinderrechte-afrika.org

 

Spendenkonto:

Sparkasse Offenburg/Ortenau

BIC: SOLADES1OFG

IBAN:

DE69 6645 0050 0076 0040 44

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