neue Studien Kinderrechtssituation
neue Studien Kinderrechtssituation
 

Neue Studienergebnisse zu Kinderrechtsproblematiken

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Studie zur Abwanderung junger Kinder und ausbeuterischer Kinderarbeit im äußersten Norden Kameruns

Viele Kinder im ländlichen Raum Nordkameruns verlassen ihre Heimatdörfer im jungen Alter, um in der Stadt oder auf den Feldern Geld für ihren Schulbesuch zu verdienen. Jedoch ist die Abwanderung der Kinder eng mit Ausbeutung und Kinderhandel verknüpft.

Laut einer Befragung, die unser Partner ALDEPA im Oktober 2016 mit 300 Teilnehmenden durchführte, ist die frühzeitige Abwanderung der Kinder aus ihren Dörfern ein verbreitetes und kulturell verankertes Phänomen, das in der Bevölkerung jedoch nicht als problematisch wahrgenommen wird. Die Gefahren, die sich daraus für die Kinder ergeben sind den Erwachsenen durchaus bewusst. Die Studie zeigte, dass die wirtschaftliche Unsicherheit vieler Familien die Abwanderung begünstigt, obgleich der tatsächliche monetäre Rücklauf unbedeutend ist und bisher nicht zu einer wirtschaftlichen Verbesserung für die Familien beigetragen hat. Nach 2 bis 3 Monaten harter Arbeit, können die Kinder nicht einmal die Summe aufbringen, die notwendig wäre, um Schulmaterialien zu kaufen. Viele Kinder kehren geschwächt, krank oder mit schlechten Verhaltensweisen heim.

Der tatsächliche Schulausfall für die Kinder ist zudem höher, als durch die Befragten angenommen. Die geringen Einkünfte der Kinder werden durch die Familien zunächst für Getreide ausgegeben, an zweiter Stelle für Kleidung und nur, wenn etwas übrig bleibt, für Schulmaterialien. Die Umfrage ergab auch, dass es in den Herkunftsdörfern keine Präventionsvorkehrungen für die Abwanderung und wirtschaftliche Ausbeutung der Kinder gibt.

Zu unserem Projekt mit ALDEPA

Studie zum Profil der von sexueller Gewalt betroffenen Kinder in West- und Zentralkamerun

Um Risikofaktoren und Gefährdungsmilieus besser abschätzen zu können, analysierte unser Partner CIPCRE-Kamerun die Situation der Kinder, die Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung geworden sind. Unter den 468 Kindern, die CIPCRE in den Jahren 2015 und 2016 betreute, bilden Mädchen zwar die deutliche Mehrheit (96%), jedoch gibt es kein einheitliches sozio-ökonomisches Profil der Betroffenen. Die Studie ergab, dass ein Kind jeden Milieus sexuelle Gewalt erleben kann.

Selbst sehr junge Kinder werden bereits vergewaltigt.

Die Mehrheit (88 %) der Täter kommt aus der unmittelbaren Umgebung der betroffenen Kinder. Es handelt sich meist um Erwachsene, die den Kindern bekannt sind und zu denen sie Vertrauen haben.

Die Vorfälle hatten schwerwiegende Folgen für die körperliche und mentale Gesundheit der Kinder, die zuvor aufgeschlossen und gesund waren.

 

Die ausgewerteten Daten im Abgleich mit den Erfahrungen aus Besuchen bei den Kindern und ihren Familien zeigen:

  • Unabhängig von der Situation bzw. dem Profil des Kindes, wird sexuelle Gewalt häufig dadurch begünstigt, dass ein offener Dialog in der Familie fehlt, die Kinder schlecht betreut werden, ihre Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden, sie aus finanziellen oder Prestige-Gründen in Frühheirat gegeben werden usw.
  • Kinder sind einem höheren Risiko ausgesetzt, wenn sie schlecht über die Gefahren und Schutzmechanismen vor sexueller Gewalt informiert sind.
  • Die Umgebung der Kinder weckt immer mehr Verlangen nach Smartphones, moderner Kleidung etc. Da viele Eltern, diese nicht geben können, sind die Kinder leicht durch Geschenke und Versprechen zu locken.
  • 168 Kinder, die infolge der Vergewaltigungen geboren werden, wachsen ohne Vater auf und haben schlechte Zukunftsperspektiven.
  • Die Infizierung einiger Kinder mit HIV oder Hepatitis, trägt zur Verbreitung dieser Krankheiten bei.

Zu unserem Projekt mit CIPCRE-Kamerun

Und außerdem: Studie zu Frühehe in Togo veröffentlicht

 

Fast 30% der Frauen in Togo zwischen 20 und 49 Jahren wurden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet - mit psychischen und körperlichen Folgen für die Mädchen. Die Frühehe ist in Togo offiziell verboten. Unser Partner stellt die Ergebnisse einer Studie vor.

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