Unsere Projektbegleitung - Elisabeth Munsch im Interview

 

 

Um den Erfolg eines Projekts sicher zu stellen,
begleiten wir unsere afrikanischen Partner sehr
intensiv bei der Planung und Umsetzung. Ein
kontinuierlicher Austausch per Telefon, E-Mail
oder Skype sowie persönliche Besuche in den Projekten ermöglichen es, die Partner bei ihren Aufgaben fachlich, menschlich und finanziell zu
unterstützen. Wie die inhaltliche und strategische
Projektbegleitung vor Ort aussieht, berichtet
unsere Mitarbeiterin Elisabeth Munsch im Interview.

 


Frau Munsch, welche Aufgaben erfüllen Sie bei Kinderrechte Afrika? Und was genau ist Projektbegleitung?
Ich begleite die Partner bei der Planung und der praktischen Umsetzung unserer Projekte. Kinderrechte Afrika und die lokalen Partner ziehen am gleichen Strang: Wir engagieren uns für dieselbe Sache, aber mit jeweils eigenen Rollen. Die Projektbegleitung ist dabei ein Moment des gemeinsamen Innehaltens, wo wir uns über die Durchführung der Aktivitäten
austauschen und zusammen nach Lösungen für aufgetretene Schwierigkeiten suchen.

 

Wie oft können Sie im Laufe eines Projekts den Partner besuchen?
Meiner Meinung nach wären zwei Besuche pro Jahr am besten. Das  ermöglicht es, mit dem Projektteam und den Entwicklungen vor Ort Schritt zu halten. Die finanziellen Mittel erlauben das aber nicht immer.


Wann im Projektverlauf ist ein Besuch beim Partner notwendig?
Ich bringe mich in drei wichtigen Phasen besonders ein:

  • Zum Projektstart machen wir uns mit dem Projekt vertraut und erarbeiten gemeinsam Strategien, vor allem zur Umsetzung der komplexeren Projektaktivitäten und zur Wirkungskontrolle. Bei Bedarf unterstütze ich den Partner auch bei der Auswahl neuer Mitarbeiter.
  • Bei der internen Evaluierung nach der Hälfte der Zeit stellen wir fest, was bisher erreicht wurde und beurteilen, wie nah wir den Projektzielen bis dahin gekommen sind. Wir untersuchen die bereits erzielten Wirkungen, beabsichtigte und unbeabsichtigte, und auch die aufgetretenen Schwierigkeiten. So können wir nötige Anpassungen für die zweite Projekthälfte vornehmen. Es ist ein idealer Zeitpunkt, um Abstand zur Alltagsarbeit zu gewinnen und die Projektdurchführung einmal mit etwas Distanz zu betrachten.
  • In den letzten sechs Monaten des Projekts – es geht auf das Ende zu – muss man sehen, was noch zu tun bleibt, letzte Anpassungen vornehmen, Ergebnisse und bewährte Vorgehensweisen erfassen und dokumentieren, über eine Fortsetzung nachdenken… die Zeit vergeht immer sehr schnell.
Planungstreffen zum Projektstart in Kamerun mit dem Team des Partners ALDEPA.

Welchen Zugewinn bringt Ihre direkte Arbeit mit den Partnern?
Beide Seiten, Kinderrechte Afrika und die Partner, profitieren davon. Wir
sind über die Entwicklungen auf dem gleichen Stand und verstehen die
Anforderungen und Schwierigkeiten, mit denen der andere konfrontiert
ist, besser. Mit meinen Erfahrungen, die ich in den verschiedenen Ländern
gemacht habe, kann ich neue Ideen einbringen. Dadurch können sich
neue Wege eröffnen. Kinderrechte Afrika wiederum ist in der Lage, die
Projektregion mit seinen Besonderheiten, Herausforderungen und
Hindernissen besser zu kennen.

 

Was gefällt Ihnen an der Projektbegleitung?
Alles gefällt mir. Es ist eine faszinierende Arbeit, auch wenn die
klimatischen Bedingungen manchmal schwierig sind und die Zeit für eine
Begleitungsreise sehr eingeschränkt ist. Ich mag es, mir Veränderungen
vorzustellen und dann einen Weg zu finden, wie diese verwirklicht werden
können. Es ist eine konkrete Arbeit mit bereichernden Momenten des
Austauschs, der Gegenüberstellung von Ideen und der gemeinsamen
Lösungssuche. Sie ermöglicht schöne Begegnungen, sowohl mit den
Teams der Partner, als auch mit Dorfbevölkerungen, lokalen Ansprechpersonen, Kinderschutzkomitees, Elternvereinigungen oder den Kindern selbst. Diese Treffen sind immer sehr lehrreich und zeigen mir, was den Alltag dieser Menschen ausmacht. Man relativiert dann und erhält
manchmal wichtige Lektionen fürs Leben.

Nachverfolgung der Projektmaßnahmen: Besichtigung des Gartens einer Kooperative.
Evaluierung der Fortschritte mit Mitgliedern einer Kooperative in Mali beim Partner GRADEM.

Wie beurteilen die Partner diese Projektbegleitung?

Ich glaube, ich kann sagen, dass die Partner diese Zusammenarbeit sehr
schätzen. Ich sehe mich nicht als Kontrolleurin oder Richterin, sondern
als Mitglied des Projektteams, das zwar eine andere Rolle einnimmt, aber
ebenfalls sein Bestes geben muss, um einen gemeinsamen Erfolg zu erzielen.
Dadurch haben wir einen sehr konstruktiven Austausch, bei dem wir unsere Ansichten diskutieren. Da ich 15 Jahre als Sozialarbeiterin an der Basis gearbeitet und 5 Jahre in Afrika gelebt habe, kenne ich die Arbeit vor Ort. Dank dieser Erfahrung fühle ich mich bei der Projektbegleitung wohl und bin
auch glaubwürdig.

 

Wie werden Ihre Besuche von den Kindern aufgenommen?
Ich arbeite zwar nicht direkt mit den Kindern, aber es gibt Momente des Austauschs mit Einzelnen oder in der Gruppe. Manchmal ist die Sprache ein Hindernis, aber wenn dem nicht so ist, überrascht mich immer, wie sie die richtigen Worte finden, um auszudrücken, was sie erlebt haben, oder um die
Erwachsenen daran zu erinnern, welches Leid sie erfahren, dass sie geliebt werden wollen, leben und sich entwickeln möchten.

Elisabeth Munsch im Austausch mit Kindern in einem Gefängnis in Togo, gemeinsam mit dem Partner CREUSET.
Mädchen in Mali bei GRADEM zeigen stolz ihre Zertifikate nach Ausbildungsabschluss

Das Gespräch führte Marion Terle, Studentin der Politik- und Rechtswissenschaft in Nancy. Hier finden Sie das Interview in der französischen Originalfassung.

Titelbild: Elisabeth Munsch im Austausch mit den Kindern beim Partner CREUSET. © CREUSET.

 

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